15. Mai 2007

Do. 17.05.07

Category: Bandinfos,Events — mathias @ 08:21

The Schmidt Brandt Engelmann Trio Feat. Burdette Becks 

AM DONNERSTAG, DEN 17.05.07, GASTIERT DAS “SCHMIDT BRANDT ENGELMANN TRIO”

MIT DEM CHARISMATISCHEN SÄNGER UND FLÖTISTEN BURDETTE BECKS IM PARKPLATZ IN PIRMASENS.

KONZERTBEGINN: 21 UHR

EINTRITT: 6 € (ermäßigt 5 €)

WEITERE INFOS UNTER:

www.schmidt-brandt-quintett.de

www.burdette.de

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Zwischen Nachtclub-Stimmung und funky Grooves

Schmidt-Brand-Engelmann-Trio und der famose Sänger und Flötist Burdette Becks beim Dahner Jazz-Frühschoppen im Alten E-Werk

Lässiges Showmanship und routinierte Spielkultur auf hohem Niveau zeichneten den Jazz-Frühschoppen am Sonntag im Alten E-Werk in Dahn aus. Beim „Schmidt-Brand-Engelmann-Trio”, verstärkt um den famosen Sänger und Flötisten Burdette Becks, zeigte sich erneut das sichere Händchen der Dahner Jazz-Freunde für außergewöhnliche Künstler.
Burdette Becks und – so sind die Rollen an diesem Morgen verteilt – „seine” Band stiegen lyrisch ein: Eher Nachtclub als Frühschoppen, eher der letzte Whiskey als das erste Bier: „Night and day” ist der Opener, es folgt die Leon Russel Komposition „This Masquerade”, wohl am bekanntesten in George Bensons Cover-Version. Becks füllt den Raum mit seiner wundervoll tief timbrierten Stimme, die sich vom untersten Bariton-Register mühelos bis hinauf in die Tenor-Lage schwingen kann. Intervall-Sprünge, Registerwechsel, alles kommt mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit. Er wechselt zwischen Gesang und Flötenspiel als sein eigener Call-and-Response-Partner, scheint seiner Flöte die Melodie vorzusingen. Dabei sind der Flötist Becks und Sänger Becks zwei absolut ebenbürtige und eigenständige Musiker in einer Person. Und dies, ohne jemals in den so peinlichen „seht-her”-Gestus zu verfallen. Wenn Becks in die Scat-Technik, also den rhythmischen Gesang ohne Worte, wechselt, dann übernimmt er gänzlich die Führung der Band, gibt ihr die Pace und den Groove. Das kannte man von der überragenden Ella Fitzgerald, in der Region war das in dieser Form bislang noch nicht auf den Jazz-Bühnen zu hören. Dazwischen ist Becks ein amüsanter Plauderer, dem es sogar gelingt, die technischen Unzulänglichkeiten der Übertragungsanlage mit ihren häufigen Rückkopplungen souverän in seine Show zu integrieren.
Dabei sind Jürgen Schmidt an den Tasteninstrumenten, Stefan Engelmann an E- und Kontrabass und Stephan Brandt am Schlagzeug alles andere als willfährige Begleitknechte. Da agiert eine traumwandlerisch gut eingespielte Band aussagefähiger Solisten, die ihren Frontmann einfach gut aussehen lassen möchte. Ob Jürgen Schmidt immer die stimmigste Klangauswahl – Fender Rhodes-E-Piano-Klänge und spröde Synthie-Sounds – getroffen hat, mag man diskutieren, die Qualität seines Solo-Spiels indessen nicht. An diesem Morgen verlegt er sich in seinen Soli gänzlich auf geläufiges Flitzefinger-Spiel, bleibt konsequent bei Einzelnoten-Läufen und überlässt die harmonische Ausdeutung dem Bassisten Stefan Engelmann.
Der ist ein melodienverliebter Basser, der Harmonie und Stimmungen in den Bandsound bringt und trotzdem – vor allem im zweiten Set – ziemlich funky und mit fast rockmusikalischem Aplomb ins Geschehen eingreift. Wie bei vielen guten Bassern zu beobachten, ist auch Engelmann eher Scharnier zwischen Rhythmusgruppe und jeweiligem Solisten denn der viel beschworene „ruhende Pol”, womit oft genug höflich umschrieben wird, dass der Bassist weder positiv noch negativ auffällt. Dass der Rapport mit Schlagzeuger Stephan Brandt von einzigartiger Direktheit ist, muss bei Musikern dieses Kalibers nicht gesondert erwähnt werden.
Brandt ist ein stilistisch vielseitiger und dennoch stets stilsicherer Schlagzeuger, der eine zurückhaltenden, dienenden Groove genauso in den Stöcken hat wie das fordernde Nach-Vorne-Spiel, das vor allem in den funky gespielten Stücken wie der eigentlich abgenudelten Spielnummer „Ain’t No Sunshine When She’s gone” die rechte Würze bringt.
Zwei Zugaben – darunter ein eher Modern-Jazz-mäßiges „Summertime” von George Gershwin – und ein hochzufriedenes Publikum im erneut vollbesetzten E-Werk sind zusätzlicher Beleg für ein gelungenes Frühschoppen-Konzert. (Fred G. Schütz)

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